{"id":487,"date":"2016-07-24T18:21:07","date_gmt":"2016-07-24T16:21:07","guid":{"rendered":"http:\/\/taichiwien.com\/?p=487"},"modified":"2016-07-27T11:36:01","modified_gmt":"2016-07-27T09:36:01","slug":"erste-schritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/taichiwien.com\/?p=487","title":{"rendered":"Wie Yoga deinen K\u00f6rper ruinieren kann \u2026"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie Yoga deinen K\u00f6rper ruinieren kann \u2026 und warum uns das bei Tai Chi\/Qi Gong nicht passieren kann!<\/strong><\/p>\n<p>Danielle Levitts Artikel in der New York Times vom 8. Januar 2012 folgt jetzt der globale Aufschrei der Yogis und Yoginen. Provokant ist dieser Text nur insofern, als er den am st\u00e4rksten boomenden Fitness-Trend angreift und die Erl\u00f6sungsversprechen mit reellen Daten unterf\u00fcttert. Der Inhalt ist lange bekannt und jeder, der Yoga auch nur einmal ausprobiert hat, kann leicht sagen, welche \u00dcbungen f\u00fcr ihn gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das Thema ist jedenfalls hei\u00df. Dabei geht es weniger um Yoga als um die neuen Parameter der Fitnessbewegung. Jeder, der selbst mit K\u00f6rperarbeit zu tun hat, wei\u00df um die Gefahren selbst einfachster \u00dcbungen. Denn die neue Unbekannte und damit das Problem sind die \u00dcbenden. Noch vor 10 Jahren versammelten sich bei Kursen wie Yoga und auch Tai Chi eine \u00fcberschaubare Zahl fast ausschlie\u00dflich j\u00fcngerer, sportlicher Menschen. Heute ist Fitness ein gesellschaftliches Muss, wird von den Kassen bezuschusst und erlebt explodierende Teilnehmerzahlen. Menschen, die den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, sehen die Notwendigkeit, sich k\u00f6rperlich zu bet\u00e4tigen, die Pensionierung setzt viel Zeit und Motivation frei, gesund zu bleiben, und nicht zuletzt wird k\u00f6rperliche Bewegung auch bei psychischen Problemen angeraten. Alles \u00fcberaus positiv und aller Ehren wert! Doch diese Voraussetzungen in Einklang zu bringen mit den von den Medien angeheizten Vorstellungen und Erwartungen an Fitness und deren Ergebnisse ist schwierig.<\/p>\n<p>Wer sich wenig bewegt, sollte auch bei Bewegungs\u00fcbungen eine einfache Methode w\u00e4hlen. Wer Jahrzehnte nichts getan hat, beginnt am besten langsam. Wer die Psyche stabilisieren will, muss den K\u00f6rper sehr vorsichtig aufbauen. Das alles ist unspektakul\u00e4r, nicht party-tauglich und f\u00fchrt auch nicht in zwei Monaten zu einem Traumk\u00f6rper. Dazu kommen Kommunikationsschwierigkeiten: Die Aufforderung des Kursleiters, die eigene Schmerzgrenze zu achten und lange vorher aufzuh\u00f6ren, bleibt oft ungeh\u00f6rt bei dem inneren L\u00e4rm, den Gruppendruck, eigener Ehrgeiz und im besten Fall sogar Freude an den neuen Bewegungen machen. All dies kann leicht zur \u00dcberforderung der Teilnehmer f\u00fchren.<\/p>\n<p>Das kann uns bei Tai Chi und Qi Gong nicht passieren! Die \u00dcbungen sind \u00fcber Jahrhunderte erprobt, auch besonders von kranken und \u00e4lteren Menschen. Denn Tai Chi und Qi Gong wurde und wird in China als Zusatz zur Kr\u00e4utermedizin empfohlen und praktiziert. Heute in Kliniken, fr\u00fcher \u00fcberall, besonders nat\u00fcrlich in Gegenden ohne medizinische Versorgung. Die \u00dcbungen sind der Natur und den Tieren abgeschaut. Wer einmal seine Katze beobachtet hat, mit welcher Grazie sie sich bewegt, welche Geschmeidigkeit und Flexibilit\u00e4t in jeder Bewegung liegt, wei\u00df: Tiere gehen \u00fcberaus pfleglich mit ihrem K\u00f6rper um! Oder das Nachgeben der Weide im Gegensatz zur starren Pinie: wir sind starr und bringen den K\u00f6rper wieder in Bewegung durch sanftes Dehnen und Biegen.<\/p>\n<p>Und so ist Tai Chi und Qi Gong eine Methode der K\u00f6rperarbeit, die sehr effizient ist, was ihre Wirkung auf Muskeln, Sehnen, B\u00e4nder, den Atemrhythmus, den Kreislauf betrifft. Aber eben auch wirksam im Ein\u00fcben des \u201eNicht-Arbeitens\u201c und einer gewissen Schlampigkeit. Nat\u00fcrlich kann auch Tai Chi und Qi Gong fanatisch machen: Aber auch nach 10 oder 20 Mal durchlaufen aller drei Teile des Yang-Stils wird es nicht gef\u00e4hrlich. Na ja, ein wenig Hochgef\u00fchl wird da schon aufkommen, wenn alles fehlerfrei abgelaufen ist: Freude \u00fcber die Ged\u00e4chtnisleistung, Freude dar\u00fcber, wie harmonisch die Bewegungen sind und sich sogar das Schlagen nach einer Wespe oder M\u00fccke nahtlos in den \u00dcbungsfluss einf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Yoga war nie etwas f\u00fcr mich \u2013 um ehrlich zu sein: ich wollte mich nicht so plagen. Meine Guru-Allergie sprach au\u00dferdem dagegen: etwas f\u00fcr meinen K\u00f6rper zu tun, hat f\u00fcr mich nichts Religi\u00f6ses. Diese Mischung aus Bequemlichkeit und der Suche nach K\u00f6rper\u00fcbungen ohne Persilschein haben mich zu Tai Chi und Qi Gong gef\u00fchrt. Und zum Tao, dieser Philosophie, die auf einige grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen setzt und kaum Regeln aufstellt.<\/p>\n<p>Dennoch: ich rate nicht von Yoga ab. Denn: F\u00fcr den, der\u2018s mag, ist es das H\u00f6chste, sagen die Bayern in ihrer Toleranz und Weisheit, die mich schon wieder an den Taoismus erinnert. Und es ist immer noch schwierig, regelm\u00e4\u00dfige Bewegung in einen vollgestopften Arbeits- und Familientag hineinzupacken. Gratulation jedem, der das dauerhaft schafft. Und der frei genug ist, die \u00dcbungen zu genie\u00dfen und aufzuh\u00f6ren, bevor es gef\u00e4hrlich wird.<\/p>\n<p><strong>In diesem Sinne: Bis bald bei Tai Chi &#8211; lasst es flie\u00dfen!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Originalartikel \u201eWie Yoga deinen K\u00f6rper ruinieren kann\u201c, NYT, 8.1.2012:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/01\/08\/magazine\/how-yoga-can-wreck-your-body.html?pagewanted=2&amp;_r=2&amp;sq=yoga&amp;st=cse&amp;scp=2\"><u>http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/01\/08\/magazine\/how-yoga-can-wreck-your-body.html?pagewanted=2&amp;_r=2&amp;sq=yoga&amp;st=cse&amp;scp=2<\/u><\/a><\/p>\n<p>Das Forum zum Artikel wurde \u00fcberrannt und musste geschlossen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Yoga deinen K\u00f6rper ruinieren kann \u2026 und warum uns das bei Tai Chi\/Qi Gong nicht passieren kann! Danielle Levitts Artikel in der New York Times vom 8. Januar 2012 folgt jetzt der globale Aufschrei der Yogis und Yoginen. 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